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	<title>Marco Pellanda Photographie</title>
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	<description>Willkommen bei Marco Pellanda Photographie (European Standard)</description>
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		<title>Die Stimme des Seins</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 15:16:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marco Pellanda</dc:creator>
				<category><![CDATA[Publikationen]]></category>
		<category><![CDATA[Die Stimme des Seins]]></category>
		<category><![CDATA[Jürg von Ins]]></category>

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		<description><![CDATA[Zweimal sind mir in Marco Pellandas Werk die fünf Mönche begegnet. Sie scheinen würdig nach rechts zu schreiten, doch das Ornament ihrer Körper, die sich im stillen Wasser spiegeln, hält sich an Ort. Ich denke an Ferdinand Hodler. ]]></description>
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<a href="http://marcopellanda.com/v2/wp-content/gallery/autoren/juerg-von-ins-bilderbuch.jpg" title="PD Dr. Jürg von Ins , Dozent Uni Bern, Schriftsteller und dem Leben zugeneigt. " class="shutterset_singlepic130" >
	<img class="ngg-singlepic ngg-left" src="http://marcopellanda.com/v2/wp-content/gallery/cache/130__320x240_juerg-von-ins-bilderbuch.jpg" alt="Jürg von Ins" title="Jürg von Ins" />
</a>
Zweimal sind mir in Marco Pellandas Werk die fünf Mönche begegnet. Sie scheinen würdig nach rechts zu schreiten, doch das Ornament ihrer Körper, die sich im stillen Wasser spiegeln, hält sich an Ort. Ich denke an Ferdinand Hodler. Im Zentrum halten drei frühneuzeitliche Ritter Gericht über einen flehenden, zu ihren Füssen hingehockten, fast nackten Mann. Eine Kreuzigung schiebt sich wie auf Klarsichtfolie gebannt dazwischen, diesmal mit Kreuzrittern. Und sie alle sind wie Säulen mit ihren Spiegelbildern und Topfhelmen verwachsen. Und sie alle scheinen sich im nächsten Moment bewegen zu wollen, aber es gelingt ihnen nicht. Wie auf Sockeln sind sie an Ort montiert, gebannt im Schatten der gewaltigen, gekreuzten Schwerter, die den Himmel ersetzen, und gekrönt durch die feine Überpinselung mit rührenden Gerippen und Preziosen. Ich denke an Gustave Moreau. Ein beklemmendes Bild voll beissender Sozialkritik. Doch dann trifft mich die Erlösung mit voller Wucht am rechten Bildrand: Forschen Schrittes, die Züge von freudiger Erregung erhellt, enteilt Papst Benedikt XVI in seinen roten Schuhen der himmeltraurigen Szene. Fast stolpert er über den armen Teufel, der die drei stolzen Ritter um Gnade bittet. Ein vierter eilt dem Papst nach – vielleicht ein Deserteur im Kielwasser der Macht, vielleicht ein Mietling der Kurie. Er senkt das Haupt. Die Sache wird ihm noch lange zu denken geben. Für den Papst aber ist die Sache gottlob erledigt. Papst Benedikt XVI bildet die Ausnahme in Marco Pellandas Werk, weil er sich bewegt: Der Papst geht.</p>
<p>Das Bild mit Brüdern, Rittern und dem Papst zeigt einen Grundzug dieses Oeuvres in der Spiegelung, im Negativ, im Schattenriss: Hier werden alle Figuren zu misslungenen Denkmälern ihrer selbst. Das ist der Schatten, die Kehrseite der fein gemeisselten Monumentalität, die Pellandas Arbeiten überstrahlt: Gleichgültig ob im Akt oder im Food-Design, das zum Stilleben gerinnt, im sakramentalen Möbel oder im grellen Plakat – Marco Pellanda ist dem Monumentalen verpflichtet. Wo er schläft, wird das Bett zum Tempel; wo er Hemden lagert, wird die Kommode zum Altar; wo er Menschen abbildet, sehen diese immer aus, als hätten sie sich eben für den Gipsabguss parat gemacht, ja: Im Hinterzimmer hört man bereits die Bronze sieden. Da wird ein Soufflé zum Kloster Einsiedeln und das davor liegende „dessert aux fruits rouge“ zum gebenedeiten Brunnen, in dessen vaginalen Abflussrinnen das Lebenswasser einsickert. Die Melancholie überwindet die Lust auf Süsses und lehrt mich, den Moment des Dahinfliessens noch etwas hinaus zu zögern. „Before I make love to your body I wanna make love to your mind“ (Bill Withers), habe ich der gesegnten Nachspeise zugeflüstert.</p>
<p>Wir haben ein Werk vor uns, das in sich ruht. Pellanda ist durchdrungen von jenem vorsokratischen Geist, der das Sein feiert und der Bewegung misstraut. Wozu im Werk Bewegungen thematisieren, wenn alle Dinge ihren Ort bereits gefunden haben, um dort, am richtigen Platz, in monumentalem Glanz zu erstrahlen? Als letzter flieht noch der Papst vor seiner Verantwortung, dann wird die Welt zum Stilleben. Wir haben Zeit zum lange Nachdenken – über die Dinge, die Welt und uns selbst. Das Monumentale nimmt die Stimme zurück und weicht dem Kontemplativen. Marco Pellanda denkt mit der Kamera. Er denkt bald wie Niklaus von der Flühe und bald wie Franz von Assisi – liebevoll einer Gesellschaft zugeneigt, die seinen Zuspruch braucht. Seine Ritter sind versteinert, sein Papst verschwunden, Pellanda vermisst sie nicht. Er denkt und ruht. „Denn das selbe ist Denken und Sein“ (Parmenides)</p>
<p>Jürg von Ins</p>
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		<title>Ausstellung in Ascona (von Matthias Vogel)</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 13:58:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marco Pellanda</dc:creator>
				<category><![CDATA[Publikationen]]></category>
		<category><![CDATA[Ascona]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Vogel]]></category>
		<category><![CDATA[Museo comunale d'arte moderna]]></category>

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		<description><![CDATA[Töpfe stehen auf dem Herd, nicht dampfend und duftend, vielmehr sind sie in und übereinander gestellt, ein Stil reckt sich in die Höhe − Utensilien nach dem Gebrauch. Das Ofentor ist fettverschmiert, auch der Kachelboden hat einige Spritzer abgekriegt − ein Tatort. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-174" title="Museo cumonale d'arte moderna Ascona" src="http://marcopellanda.com/v2/wp-content/uploads/2010/06/MuseoAscona.jpg" alt="" width="198" height="207" />Töpfe stehen auf dem Herd, nicht dampfend und duftend, vielmehr sind sie in und übereinander gestellt, ein Stil reckt sich in die Höhe − Utensilien nach dem Gebrauch. Das Ofentor ist fettverschmiert, auch der Kachelboden hat einige Spritzer abgekriegt − ein Tatort. Doch von irgendwo dringt Licht in den engen Raum, reflektiert in metallenen Schwingbesen, Kellen und Löffeln und lässt einen Abglanz seines gleissenden Zaubers auf die Kochplatten gleiten. Der Himmel vereinigt sich mit der Erde, wie in so vielen Werken von Marco Pellanda, und wir erhalten Gewissheit, dass an einem solchen Ort Magie entstehen kann, Zauber der dargestellten Kochkünste, Zauber aber auch des Lichtkünstler, den es in dieser Ausstellung zu entdecken gilt. Denn nicht nur, wenn Marco Pellanda mit dem Pinsel der Natur und des Lichts, der Fotokamera, hantiert, ist ihm der Widerschein des Lichts ein Anliegen, auch seine Möbel z.B. scheinen zuweilen ihre spezifische Form erhalten zu haben, damit sie möglichst viel des zauberhaften Glanzes widerspiegeln. Wo Licht ist, sind die Farben nicht weit: Das üppige Blumenarrangement aus Rose und Iris wird mit dem Pinsel weiter bearbeitet, bis die roten und gelben Farbtupfer, zur wattigen Fülle gebauscht, selig, wie Wolken am Abendhimmel, auf dem hellblauen Grund schwimmen.<br />
Der Künstler, Fotograf bekennt sich zu seinem Romatizismus, sieht darin jedoch nicht eine Form des Ekapismus. Die Kraft, die in der Vielfalt und Buntheit der Farbe wabbert und ganz plötzlich hervor schiesst, ist in seinen Augen eine Kampfansage an das Schwarz-Weiss-Denken, das uns wie Pech und Schwefel von allen Seiten bedroht. Ein Romantiker also, der an das Schöne, Gute und Wahre glauben möchte, allerdings nicht mehr an ihre unverbrüchliche Einheit und schon gar nicht mehr an ihre Unversehrtheit. Auch sie sind dem temporären Untergang geweiht; der Niedergang jedoch wird durch Gegenbewegungen aufgehalten und umfangen. Das tote Blatt auf dem Herbstbild kommt auf einem roten Tisch zur Ruhe, der sich vor unseren Augen in einen Topf mit Ursuppe verwandelt, aus dem Gesichte steigen. So wird das Blatt, das eben noch seinem Ende entgegentorkelte, zum notwendigen Ingredienz des Neuen.</p>
<p>Oft sieht die Welt auf diesen Bildern so aus, wie wir sie in uns tragen, imaginieren, aber selbst nicht darstellen können. so beglückend es ist, wenn ein Dichter die Worte findet, nach denen man schon immer gesucht hat, um das auszudrücken, was einen im Innersten bewegt, so beglückend kann es sein, wenn mann seine innereren Bilder, die immer etwas leicht Verschwommenes an sich tragen, nun mit einem Schlag klar und deutlich vor Augen sieht. Ich spreche nicht von Bildern aus den oberen Schichten unserer Phantasie, die zum Teil auch von Reiseprospekten angesprochen werden können, sondern von tieferen Schichten des individuellen und kollektiven Unbewussten, in Ascona, wo der Geist von Eranos immer noch weht, kann man von archetypische Bildern reden.<br />
Das Kollektiv, die Gemeinschaft, mit der Pellanda im inneren und äusseren Dialog steht und mit deren Tradition er sich auseinandersetzt und reibt ist das des christlichen Abendlandes. So kann es geschehen, dass auf seinen Bilder der gefallene Engel den grünen Apfel der Versuchung niederlegt und gleich wieder in höhere Sphären entschwebt. Die Verantwortlichen, die die Menschen ins Schlamassel treiben, hauen − um es in der direkten Art des Künstlers auzudrücken, im entscheidenden Augenblick ab und wir müssen die stinkende Brühe auslöffeln: das galt schon für Christus, für Pius den XIII, sowie weitere Päbste und das gilt für die Bänker und Manager unserer Tage. Wenn sich Pellanda mental und visuell mit den abendländischen Erbe mal liebevoll, mal kritisch auseinandersetzt, dann nicht aus der Haltung eines occidentalen Chauvinismus heraus, es steckt mehr das Gefühl dahinter nur zu der Kultur, in die man hineingeboren ist, etwas zu sagen, sich einbringen zu können. Und einbringen will sich der Künstler, ganz im Sinne des Ci toyens alter Schule. In jüngster Zeit mischt er sich mit der Künstlerpartei der Schweiz, deren Mitbegründer und Co-Präsident er ist, ganz unmittelbar ins politische Geschehen unserer Zeit ein.</p>
<p>Marco Pellanda ist nicht nur ein Lichtkünstler und Romantiker, er ist auch ein Fossil, das Zeuge ablegt von einer vergangenen Zeit, aber an die Oberfläche gespült auch etwas ganz gegenwärtiges besitzt. Er ist Fossil in dem Sinn, dass durch alle Gleichgültigkeits- und Kontingenz-Diskurse der 1980 und 1990er Jahre hindurch, an den platzenden Internet- und Immobilienblasen vorbei seinen gesellschaftlich politischen, aber auch den künstlerisch gestalterischen Idealen, für die die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts prägend wareb, treu blieb. Getragen von einem tiefen Gerechtigkeitssinn, prangert er die Arroganz der Mächtigen, wie sie prägnant in den Medienbildern zum Ausdruck kommt, an. Bei diesen „politischen“ Werken ist nach der Meinung des Künstlers eine pamphletartige Direktheit durchaus angemessen. Scheint der Totenkopf im Atompilz auf, dann muss niemand Rätsel raten. Schliesslich sind es die Atommächte, die unter Girlanden im Schein der Lampions (zum teil vom Künstler von Hand gemalt) ihren Nationalfeiertag zelebrieren. Aber auch in solche scheinbar trivialen Bildern überlagert und collagiert er nicht nur die Bildmotive, er schichtet undstapelt auch die gedanklichen Assoziationen, bis sie zuletzt einige Tiefe erlangen. Tiefe und Vielschichtigkeit des materiellen Grundes der Bilder ist ihm gleichermassen wichtig wie die Tiefe der gedanklichen Schichten. Zu dem Dasein als Fossil und seiner Treue zum Abgelegten und Wiederkehrenden gehören seine langen Arbeitszeiten am gleichen Werk, seine Obsession für technische und handwerkliche Präzision. Und die Tatsache, dass er die alten, vollendeten Werke nicht einfach fallen lässt, sondern mitschleppt. Unvermutet können sie zum Nukleus einer neuen Idee, einer neuen Arbeitsphase werden. So hängt in diesem Oeuvre Vieles mit Vielem zusammen: das Schlagwort des Ein und Alles, Hen kai Pan, kommt einen in den Sinn. Es ist ein Begriff der seit Pythagoras durch das abendländische Denken zieht, aber vom Morgenland gespeist und im Schlagwort des Gesamtkunstwerk zusammengefasst wird.</p>
<p>Dieser innerliche Zusammenhalt wird durch die Flexibilität der einzelenen Werke erleichtert. Die dokumentarische Aufnahme, die zunächst eine konkrete, süsse Kreation, bei der sich Lagen aus verschiedenen Beeren und luftigem Teig abwechseln, repräsentiert, wird in einem nächsten Schritt zur freien Komposition, bei der das Schatten- und Farbspiel der einzelnen Elemente und die hinreissende Diagonalbewegung des zentralen Gebildes die Aufmerksamkeit des Betrachter absorbieren. Dann bearbeitet Pellanda die Vorlage am Computer, aber auch mit Spritzpistole und Pinsel weiter. Hier werden Flächen zusammegezogen, dort kann ein Pixelfehler zu gestalterischen Weiterentwicklung einer Bildvorlage führen. Oft wird das so entstandne Bild nochmals mit der Kamera aufgenommen, zurück in die Fläche gezwungen. Irgendwann läuft jedoch das Hin- und Her von Produktion und Reproduktion der Intention von Marco Pellanda zuwider. Fotografien lassen sich nach seiner Erfahrung nicht unendlich heraufreproduzieren, die Kontraste werden härter, Zwischentöne gehen verloren, Brillanz und Vielfältihkeit, erklärtes Ziel vieler dieser Arbeiten, verflüchtigen sich. Das Wissen darüber, wann man am Ziel angelangt ist, wann man den schöpferischen Prozess abbrechen sollte, ist ein wichtiger Teil der Werke von Marco Pellanda. An diesem Punkt sind wir schon ziemlich weit weg von der Gebrauchsfotografie oder der angewandten Kunst, wir haben es ausschliesslich mit Unikaten zu tun; aber der Künstler will noch einen Schritt weiter gehen, er versteht seine Werke nicht als Wohnzimmerdekoration, durch die schiere Grösse und installativen Eingriffe − Bilder stehen unmittelbar auf dem Boden − will er die verdeutlichen. Durch ein solches Bekenntnis zur Autonomie der Kunst erteilt er postmodernen Gedankenspielereien eine Absage.</p>
<p>Marco Pellanda ist hot. Nicht in dem Sinn, dass er im Flug die Listen der meistgesuchten Künstler (seit Jahren von Bruce Naumann und Gerhard Richter angeführt) stürmt, sondern dass er sich in Opposition zu dem, was cool ist, begibt. Die Angst vor starken Gefühlen und Strategien, um beim Betrachter eindeutige existentielle oder politische Assoziationen zu vermeiden, sind ihm fremd. Es geht immer um den Einsatz des ganzen Menschen, nicht nur das Konzept, die gedankliche Blässe. Das Atelier ist auf diese Weise Labor und soziales Experimentierfeld, auf dem die Höhen und Tiefen des künstlerischen Individuums und des Kollektivs, immer wieder kommt es zu Kollaborationen, ausgelotet werden Nun bietet sich erstmals im musealen Rahmen Gelegeheit einen Teil der Dinge, die bei diesem Tun entstehen, zu begutachten.</p>
<p>Professor Dr. Matthias Vogel</p>
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		<title>Textauszug aus meinem Buch: «Contemplation» 2004</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 13:03:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marco Pellanda</dc:creator>
				<category><![CDATA[Publikationen]]></category>
		<category><![CDATA[Contemplation]]></category>

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		<description><![CDATA[In einer Zeit, in der die Welt und ihre Bewohner praktisch ausschliesslich nach wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Kriterien beurteilt werden, habe ich mich der Aufgabe gestellt, neue Ansichten zu kreieren – Weltanschauungen, die nicht durch Worte beeinflusst, sondern mittels Gefühlen geweckt werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
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</a>
In einer Zeit, in der die Welt und ihre Bewohner praktisch ausschliesslich nach wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Kriterien beurteilt werden, habe ich mich der Aufgabe gestellt, neue Ansichten zu kreieren – Weltanschauungen, die nicht durch Worte beeinflusst, sondern mittels Gefühlen geweckt werden. Bei näherem Betrachten des Weltgeschehens stelle ich folgende drei Tendenzen fest:</p>
<p><strong>Finanzen</strong><br />
Die Welt spaltet sich zunehmend in zwei Lager: Arm und Reich! Sozialpolitische Aufgaben werden vernachlässigt. Das Bestreben, schwächere Glieder in die Gesellschaft zu (re-)integrieren und zu schützen, bleibt der unerfüllte Wunsch einer Minderheit. In der Folge öffnet sich die gesellschaftliche Schere zusehends, die personell kleinere aber geldmässig deutlich stärkere Schicht wird immer mächtiger, und die finanziell Schwächeren fallen durch die soziallöchrigen Maschen des staatlich organisierten Auffangnetzes.</p>
<p><strong>Kriege</strong><br />
Die Kriegsindustrie ist die Basis des Bruttosozialproduktes einzelner Grossmächte und stützt diese finanziell. Da man nicht pausenlos Kriegsmaterial produzieren kann, ohne dieses auch einzusetzen, werden in verschiedenen Regionen unserer Erde Kriegsherde genährt, Krisen provoziert und in Kriegen ausgelebt. Oft unter dem Deckmantel der Befreiung und vorgeschobener Lügen, wie die Wahrung demokratischer Grundsätze.</p>
<p><strong>Religion</strong><br />
Es ist äusserst augenfällig, dass sich fundamentalistische Auslegungen einiger Religionen in zunehmend beängstigendem Masse in gesellschaftlichen Lebensformen widerspiegeln. Gerade die islamistischen Interpretationen prägen das Weltbild nun schon seit geraumer Zeit und geben Anlass zu Interventionen. Es ist jedoch nicht alleine der Islam, der Gewalt als Mittel zum Zweck heraufbeschwört. Auch im Christentum und im hinduistischen Glauben formieren sich fundamental orientierte Gruppierungen, die den Anspruch vertreten, ihre Wahrheit sei die einzig richtige.<br />
Die Tatsache, dass der denkende Mensch befähigt ist, das geschriebene Wort zu interpretieren und es so eventuell zu seinen Gunsten auslegt, hat mich dazu bewogen, das vorliegende Exemplar – Contemplation – zu realisieren. Mit Ausnahme meiner einleitenden Gedanken finden Sie anschliessend kein einziges Wort mehr, das Sie in irgendeiner Form interpretieren oder weitertragen können. Mit meinem Buch „ohne Worte“ will ich aufzeigen, dass es durchaus möglich ist auch ohne Geschriebenes Contemplation und Zeit zur Muse zu finden. Sie werden ausschliesslich ein wenig Ihrer Zeit investieren, um letztlich zu Ihrer persönlichen Meinung zu gelangen.<br />
Sie finden gefallen an meinen Darstellungen – oder Sie finden meine Interpretation von Bar Codes als grässlich überspannt. Da ich in der westlichen Hemisphäre dieses schönen Planeten aufgewachsen bin und demzufolge eine auf dem Christentum basierende Erziehung genossen habe, konzentriere ich mich auf die Perspektive der christlichen Religion. Ich möchte mir nicht anmassen, Aussagen über anders gelebte Religionsformen zu zeichnen.</p>
<p><strong>Am Anfang steht das Licht</strong><br />
Am Anfang des Buches erkennen Sie das Licht, symbolisiert durch die Farben des sichtbaren Spektrums. Natur, Geist und Leben folgen da, wo immer Sie diese erkennen oder sehen wollen. Weder Vorschriften noch Gebote sollen sich richtungsweisend vordrängen und den Betrachter in eine bestimmte Richtung führen. Die zweite Vorgabe befasst sich mit der Dreifaltigkeit unserer Glaubenslehre. Ich finde sie in den folgenden drei Begriffen wieder: Eltern (Vater), Kinder (Sohn) und Geist (der Heilige). Ich will mich nicht auf die kirchlichen, männlichen Vorgaben beschränken und erweitere sie dementsprechend. Das gesamte Werk ist zusammengefasst in einem Buch mit 81 farbigen Strichzeichnungen, die Sie zum blättern und verweilen verführen sollen. Ergänzt werden sie durch eine weitere Auswahl von elf Bildern, sowie zwei weiteren, die ich zusätzlich zur Vorlage gestaltet habe. Die elf Bilder stellen die elf Gefolgsleute Jesu dar. Das erste der zwei zusätzlichen Bilder, kleiner im Format, lehnt sich an der Figur des zwölften, sündigen und denunzierenden Jünger der Gemeinschaft an und ist in reinem Blattsilber, ergänzt durch drei Striche, gestaltet. Das dreizehnte und grösste Bild verkörpert die drei einleitend erläuterten Grundlagen der christlichen Religion und der gesellschaftlichen Basis – Eltern, Kinder und Geist. Sie wurden von mir in drei vaiierenden Goldtönen aufgebaut (Blattgold), und sind ebenfalls nur durch wenige Striche unterstützt.</p>
<p>Ich halte mich selbst für einen äusserst bescheidenen Menschen, der nicht mit übermässigen Erwartungen an seine Zeit lebt – gleichzeitig bin ich aber sehr dankbar, diese mit Ihnen allen auf einem wunderbaren Planeten teilen zu dürfen. Ich habe das Mittel der Fotografie gewählt, um meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Auch die nachfolgend exemplarisch gezeigten Arbeiten basieren auf fotografischen Techniken. Wie genau ich vorgegangen bin, würde zu weit führen und Sie als Betrachter vom Wesentlichen, dem visuellen Eindruck, ablenken.</p>
<p><strong>Back to the Roots</strong><br />
Anstatt sich auf Traditionen zu besinnen und Positives aus erworbenen Erfahrungen und Fähigkeiten zu ziehen, hat es sich unsere „moderne“ Gesellschaft zum Ziel gesetzt vorwärts zu schauen. Ohne Rücksicht auf Verluste bewegen wir uns in Richtung Zukunft, mit dem Bestreben, immer neue Wahrheiten zu entdecken, basierend auf meist nur reinen Statussymbolen, in Verpackungen von Labels und Luxusartikeln. Das Motto „back to the roots“ verkommt zu einer verstaubten Floskel, der meiner Meinug nach aber sehr viel abzugewinnen wäre. Anstatt mit unseren gesellschaftlichen Wurzeln Erzkonservativismus zu assoziieren und daraus politische Fehlschüsse abzuleiten, sollten wir vermehrt Traditionen und Kulturen respektieren und für uns Nützliches aus denselben ableiten. Lassen sie mich das an einem einfachen Beispiel aufzeigen:</p>
<p>An altertümlichen Königshöfen pflegten adlige und religiöse Institutionen sich einen Hofstab von Beratern zu halten. Rekrutiert wurden diese aus philosophischen, wissenschaftlichen und mathematischen Denkern. Diese Gelehrten wurden zur Beratung von Strategieentscheiden und zukunftweisenden Veränderungen herbeigezogen. Die Hofdienerschaft bestand aus Dienern, Friseuren und Köchen. Wenn wir ehrlich, sind geniessen in der heutigen Zeit dieselbe respektvolle und ehrliche Beachtung nur noch die Punkteköche und Starhairstylisten, ebenso Plastikchirurgen und Innendekorateure. Die Geisteswissenschafter haben ihre angesehene Stellung nahezu gänzlich eingebüsst. Unser Glaube an eine neuzeitliche Wissenschaft ohne traditionelles Fundament – die Ökonomie, verdrängte nahezu sämtliche Geistewissenschaften mit dermassen erdrückendem Erfolg, dass sich ein ausgebildeter Denker kaum mehr über Wasser halten kann ohne sich zumindest teilweise an sein ökonomisches Umfeld anzupassen und die damit verbundenen Zusatzausbildungen in Kauf zu nehmen.</p>
<p>Es wäre mir eine grosse Freude, wenn Sie an meinem ungestümen, vielleicht gar naiven Bilderbuch Interesse zeigen würden und sich ein wenig Zeit nehmen, mich in meinen Träumen und Gedanken zu begleiten – oder sich gänzlich in Ihren eigenen zu verlieren. Ich bitte gleichzeitig, meine formulierten Gedanken nicht so ernst zu nehmen. Ich tue das auch nicht. Schliesslich kann ich niemandem garantieren, dass sich meine Weltanschauung, meine heutige Sicht der Wirklichkeit, übermorgen nicht gewandelt haben wird. Ich mache vom Recht gebrauch, an mir und meiner Umwelt weiter zu wachsen und einmal zu Papier gebrachte Gedanken bei Bedarf gänzlich umzuwerfen, selbst wenn man mir diese unter die Nase hält. Sollten wir uns einmal begegnen und das Vergnügen haben, uns persönlich kennenzulernen, hoffe ich, dass wir dannzumal gemeinsam sinnieren und herzhaft lachen können – ohne dabei eine gewisse Seriosität zu verlieren und sich bewusst zu sein, dass bereits morgen wieder alles anders sein kann und darf.</p>
<p>In diesem Sinne wünsche ich Ihnen von Herzen und aus tiefster Seele ein gesegnetes Leben auf unserer so empfindlichen Erde.</p>
<p>Marco Pellanda</p>

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		<title>Transformator (von Matthias Vogel)</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 12:42:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marco Pellanda</dc:creator>
				<category><![CDATA[Publikationen]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Vogel]]></category>
		<category><![CDATA[Transformator]]></category>

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Gerne bringen wir, so problematisch das auch sein mag, schöpferische Menschen und ihre Werke – in diesem Fall Bilder, aber auch Objekte und Möbel – zum Gleichklang. Die Persönlichkeit Marco Pellandas hat etwas Überbordendes, eine Fülle von Worten und anderer Zeichen, Gestik und Mimik, tritt einem entgegen. Grosszügig geht der Mensch mit seinen Kräften und Ressourcen um, Diätetik oder Ökonomie scheinen ihm fremd. Sparta ist fern, näher die heiligen Haine des Epikur, wo Scherz und Lebenslust regieren. Der alte Begriff der Abundanz taucht in diesem Zusammenhang auf, dieser bedeutet im Verständnis des Aristoteles: eines und dasselbe mehrmals tun, ohne sich zu wiederholen. Und nun sieht man auch auf Pellandas Bildern Dinge, Farben und Formen, die allenthalben überquellen oder Möbel, die in den Raum ausgreifen. Auf einer Fotografie türmen sich Fleischstücke zur freudvollen Augenweide und gleichzeitig zum Memento Mori, auf einer anderen funkeln vielfarbige Edelsteine, bis sich dem trüben Geist das Dickicht lichtet. Gegen die logische Stringenz wuchern Assoziationsketten und Metaphorik; nur durch die Analogie der Linien von Flasche und Menschenkörper schwingt in der Bierwerbung ein Appell gegen die Magersucht mit. Das Viele wird nicht nach buchhalterischen Gesichtspunkten bewertet, es wird immer als Zugewinn verstanden.</p>
<p>Bald erkennt man jedoch, dass das, was in den Arbeiten von Marco Pellanda auf inhaltlicher Ebene ausufert, durch die Form zusammengehalten wird. Hier findet sich Klarheit und da und dort auch eine Prise Purismus. Eine weitere Eigenschaft des Künstler bricht sich hier Bahn: Treue, Treue zu Freunden, Treue zu seinen Ueberzeugungen und Meinungen; er ist insistent ohne dickköpfig zu sein. Dazu gehört auch sein handwerklicher Stolz angesichts der perfekten Ausführung, sein Kampf gegen den Schlendrian im tech- nischen Bereich. In seinen Fotografien findet sich keine übertriebene Spielerei mit Blickwinkeln, dafür eine fast altmeisterliche Klarheit der Linie; die Diagonale wird durch senkrechte oder horizontale Elemente aufgefangen und dadurch in eine Gesamtordnung eingebunden. Auch die Farben werden nicht beliebig kombiniert. Die Liebe zur formalen Strenge schlägt dann und wann auch wieder auf der inhaltlichen Ebene durch. Wenn es um Kampagnen geht, kann die visuelle Sprache auch lapidar sein und die Aussage auf den Punkt bringen: Der fröhliche Rollstuhlfahrer, der trotz Einschränkungen Lebenswärme ausstrahlt; das weissgewandete Mädchen, das den Verlockungen des dunklen Waldes erliegt; die „Foie gras“ Kreation, die schwerelos im Raum schwebt. Abundanz bei Marco Pellanda meint das Umfassende des orphischen Denkens, das hen kai pan, das Ein und Alles. Es ist ein Denken, das sich von Pythagoras und Heraklit bis Spinoza und Giordano Bruno durch das Abendland zieht, aber vom Morgenland gespeist und im Schlagwort des Gesamtkunstwerks zusammengefasst wird.</p>
<p>Die Treue zu Menschen, Sachen und Ideen bedeutet nicht, dass sich der Fotograf und Gestalter in sicheren Bahnen bewegt oder gar an einem befriedeten Ort zur Ruhe setzt. Wiederholung gibt es bei ihm nur dort, wo es darum geht, eine einmal gefundene Qualität in neuer Konstellation wieder aufleben zu lassen. Diese Fähigkeit zur Reproduktion ist dem Fotografen Beweis dafür, dass nichts dem Zufall überlassen wird, dass jemand sein Handwerk beherrscht. Ansonsten ist sein Schaffen eine ständige Transformation. Das Bestehende wird nicht verworfen, jedoch umgewandelt, in ein neues Umfeld übersetzt. Bei aller Veränderung bleibt das Vormalige unterschwellig gegenwärtig und kann erfrischt Wiedersehen feiern. Wann und wo ist nicht vorauszusagen, jedoch das eine: Im Zukünftigen steckt neben dem Neuen bereits Verarbeitetes. Wie er sein eigenes Schaffen beständig erneuert, so setzt Marco Pellanda die verschiedenen künstlerischen und peformativen Mittel ein, damit sich die Gesellschaft – nicht als Ganzes, aber in ihren Teilen – regeniert. Und was dann an die Betrachter übergeben wird, in der Hoffnung, dass sie überraschende Erfahrungen von nachhaltiger Wirkung machen, ist etwas das zuvor weder gesehen noch gefühlt wurde. Der Graben zwischen Schöpfer und Konsument verschliesst sich zu einem Raum, in dem es kein distanziertes und kontrolliertes Aussen mehr gibt. Hingegen geschieht es dort gelegentlich, dass man ein Bild begreift und dabei sich selbst nähert. Dort kommt es zur Provokation, zum Kampf als Herkunft von Werden und Vergehen, aber auch zur Versöhnung, zur Vereinigung widerstrebender Kräfte.</p>
<p>Ganzes ohne Totalität: „Und aus dem Nichts sich erhebt aufs neue die Fülle der Dinge (Lukrez)</p>
<p>Matthias Vogel</p>
<p>(Aus: Pro Helvetia &#8211; Marco Pellanda / Werke)</p>
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		<title>Neue Website online</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 08:50:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marco Pellanda</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich freue mich, Ihnen meine neue Website präsentieren zu dürfen. Nun finden Sie noch komfortabler eine Rundschau durch meine Arbeiten. In unregelmässigen Abständen werde ich Sie an dieser Stelle auch über laufende Projekte informieren. Kommen Sie also bald wieder vorbei, ich freue mich auf Ihren Besuch!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_130" class="wp-caption alignright" style="width: 315px"><img class="size-full wp-image-130" title="marcopellandacomScreen" src="http://marcopellanda.com/v2/wp-content/uploads/2010/06/marcopellandacomScreen.jpg" alt="marcopellanda.com" width="305" height="224" /><p class="wp-caption-text">www.marcopellanda.com</p></div>
<p>Ich freue mich, Ihnen meine neue Website präsentieren zu dürfen. Nun finden Sie noch komfortabler eine Rundschau durch meine Arbeiten. In unregelmässigen Abständen werde ich Sie an dieser Stelle auch über laufende Projekte informieren. Kommen Sie also bald wieder vorbei, ich freue mich auf Ihren Besuch!</p>
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